Airbnb berechnet Vermietern je nach Gebührenmodell 3 oder 15,5 Prozent Provision, bei Booking.com liegt der Satz nach Marktbeobachtung meist bei rund 15 Prozent des Buchungsbetrags. Bei derselben Buchung über 430 Euro bleiben je nach Plattform und Gebührenmodell zwischen 350 und 415 Euro bei Ihnen. Der Unterschied entsteht nicht durch den Prozentsatz allein, sondern durch die Frage, wer die Gebühr trägt, was in die Bemessungsgrundlage fällt und wie die Umsatzsteuer behandelt wird. Wer nur die nackten Prozentwerte vergleicht, rechnet an der Auszahlung vorbei.

Dieser Text stellt die Gebührenlogik beider Plattformen nebeneinander, rechnet dieselbe Buchung dreimal durch und zeigt, an welchen Stellen die Abrechnung erfahrungsgemäß auseinanderläuft. Der Markt dahinter ist groß genug, dass sich die Sorgfalt lohnt: Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden 2025 in Deutschland 68,3 Millionen Übernachtungen in Ferienunterkünften gebucht, 13,0 Prozent mehr als im Vorjahr; rund 94 Prozent davon entfielen auf Unterkünfte mit weniger als zehn Betten (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 266 vom 28.07.2026).

Provision für Vermieter: die Gebührenmodelle im direkten Vergleich

Merkmal Airbnb, geteilte Gebühr Airbnb, einheitliche Gebühr Booking.com
Anteil Gastgeber 3 Prozent der Zwischensumme meist 15,5 Prozent, sonst 14–16 Prozent Prozentsatz laut Vertrag, in Deutschland meist rund 15 Prozent (Redaktionsschätzung)
Anteil Gast 14,1 bis 16,5 Prozent keine gesonderte Servicegebühr keine gesonderte Servicegebühr
Bemessungsgrundlage Übernachtungspreis plus alle Zusatzgebühren des Gastgebers, ohne Servicegebühr und ohne Steuern wie geteilte Gebühr gesamter Buchungsbetrag einschließlich Reinigungsgebühr
Umsatzsteuer auf die Gebühr 19 Prozent werden berechnet, sofern keine USt-IdNr. hinterlegt ist ebenso keine Berechnung durch die Plattform, Steuerschuld beim Vermieter nach Paragraf 13b UStG
Abrechnung Abzug von der Auszahlung Abzug von der Auszahlung monatliche Rechnung, separat zu zahlen
Zahlungsabwicklung in der Servicegebühr enthalten in der Servicegebühr enthalten Gebühr für 2026 erlassen
Wer legt den Endpreis fest Gast sieht Preis plus Servicegebühr Gast sieht den Gesamtpreis Gast sieht den Gesamtpreis

Quellen für die Airbnb-Spalten: Airbnb-Hilfe, Servicegebühren, abgerufen am 24.09.2026, und Airbnb-Hilfe, Mehrwertsteuer auf Servicegebühren, abgerufen am 24.09.2026. Für Booking.com: join.booking.com, Häufige Fragen, abgerufen am 24.09.2026.

Die wichtigste Regel steckt in der zweiten Airbnb-Spalte: Das einheitliche Modell ist nicht frei wählbar. Airbnb schreibt es unter anderem für Hotels, Serviced Apartments und für alle Gastgeber vor, die ihre Inserate über eine Verwaltungssoftware anbinden. Wer also den Kalenderabgleich technisch löst, rutscht damit zugleich von 3 auf 15,5 Prozent. Das ist kein Nachteil per se, weil im Gegenzug die Gästegebühr entfällt und der angezeigte Preis sinkt, aber es verschiebt die gesamte Kalkulation und wird bei der Umstellung oft übersehen.

Dieselbe Buchung, dreimal gerechnet

Angenommen, Sie vermieten eine Ferienwohnung für vier Nächte zu 95 Euro, dazu 50 Euro Reinigungsgebühr. Die Bemessungsgrundlage beträgt in allen drei Fällen 430 Euro. Der Vermieter ist Kleinunternehmer nach Paragraf 19 UStG und hat keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hinterlegt.

Position Airbnb 3 Prozent Airbnb 15,5 Prozent Booking.com 15 Prozent
Buchungswert 430,00 € 430,00 € 430,00 €
Plattformgebühr netto 12,90 € 66,65 € 64,50 €
Umsatzsteuer auf die Gebühr 2,45 € (von Airbnb berechnet) 12,66 € (von Airbnb berechnet) 12,26 € (selbst anzumelden)
Belastung gesamt 15,35 € 79,31 € 76,76 €
Bei Ihnen verbleibend 414,65 € 350,69 € 353,24 €
Preis für den Gast rund 494,50 € (bei 15 Prozent Gästegebühr) 430,00 € 430,00 €

Zwei Dinge fallen auf. Erstens liegen das einheitliche Airbnb-Modell und Booking.com mit 350,69 gegenüber 353,24 Euro praktisch gleichauf; die Wahl zwischen beiden entscheidet sich über Reichweite, Gästestruktur und Aufwand, nicht über den Gebührensatz. Zweitens ist die geteilte Airbnb-Gebühr für den Gastgeber rechnerisch die schonendste Variante, verlangt dem Gast aber rund 64 Euro mehr ab. Bei preissensiblen Kurzaufenthalten wandert dieser Aufschlag in die Konversionsrate, bei längeren Aufenthalten fällt er weniger ins Gewicht.

Wer Genius-Rabatte nutzt, verschiebt beide Seiten gleichzeitig: Ein Rabatt von 10 Prozent auf die Übernachtungen senkt den Umsatz um 38 Euro und die Provisionsbasis auf 392 Euro, die Provision sinkt damit auf 58,80 Euro. Unter dem Strich verbleiben rund 322 Euro statt 353 Euro. Der Rabatt kostet also etwa 31 Euro je Buchung und rechnet sich nur, wenn er Nächte füllt, die sonst leer geblieben wären.

Illustration: Zwei Smartphones mit Buchungen und Münzstapeln unterschiedlicher Höhe, dazu die Zimmerwache-Eule mit Lupe
Dieselbe Buchung, unterschiedliche Abzüge – ein Blick in die Abrechnung lohnt.

Die Umsatzsteuer ist der unterschätzte Posten

Airbnb berechnet Gastgebern in Deutschland 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die Servicegebühr, solange keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Konto hinterlegt ist. Hinterlegen Sie eine, entfällt der Aufschlag auf der Rechnung, und die Steuer ist stattdessen selbst anzumelden.

Booking.com rechnet gegenüber deutschen Partnern von vornherein ohne Umsatzsteuer ab. Die Steuerschuld geht nach Paragraf 13b UStG auf den Leistungsempfänger über, also auf Sie. Das gilt ausdrücklich auch für Kleinunternehmer: Sie sind Unternehmer im Sinne des Gesetzes, schulden die 19 Prozent auf die Provision und müssen sie über die Umsatzsteuer-Voranmeldung abführen, obwohl ihnen der Vorsteuerabzug verwehrt bleibt (Dr. Harder & Kollegen, Umsatzsteuer bei Vermietungen über Plattformen, 29.07.2026). In der Beispielrechnung sind das 12,26 Euro je Buchung, die in keiner Plattformabrechnung auftauchen und trotzdem fällig sind.

Bei zwanzig Buchungen im Jahr summiert sich das auf rund 245 Euro, die in vielen Kalkulationen schlicht fehlen. Wer hier nichts anmeldet, riskiert Nachzahlungen samt Säumniszuschlägen. Wie die Einnahmen selbst einzuordnen sind, steht im Text zur Steuererklärung bei Airbnb-Einnahmen. Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; die Anwendung auf Ihren Fall gehört in die Hände Ihrer Steuerberatung.

Was die Plattformen selbst verdienen

Zur Einordnung der genannten Sätze hilft ein Blick auf die Konzernzahlen. Booking Holdings setzte 2025 bei einem Buchungsvolumen von 186,1 Milliarden US-Dollar 26,9 Milliarden US-Dollar um, was einer Marge von rund 14,5 Prozent auf das vermittelte Volumen entspricht (Booking Holdings, Ergebnisbericht viertes Quartal 2025, abgerufen am 24.09.2026). Airbnb meldete für das vierte Quartal 2025 ein Umsatzplus von 12 Prozent bei einem um 16 Prozent gewachsenen Buchungsvolumen (Airbnb Newsroom, 12.02.2026).

Die Größenordnung von 14 bis 16 Prozent ist damit keine Verhandlungsposition, sondern das Geschäftsmodell. Agenturen für Vermietungsverwaltung liegen mit üblicherweise 10 bis 20 Prozent vom Umsatz in derselben Spanne, allerdings zusätzlich zur Plattformgebühr. Was das für die Gesamtrechnung bedeutet, zeigt der Vergleich mit Agenturmodellen.

Entscheidungshilfe: Welches Modell zu welchem Objekt passt

Wenn Sie eine einzelne Ferienwohnung ohne angebundene Verwaltungssoftware betreiben und Ihre Gäste überwiegend längere Aufenthalte buchen, dann bleibt die geteilte Airbnb-Gebühr die Variante mit der höchsten Auszahlung; der Gästeaufschlag stört bei sieben Nächten weniger als bei zwei.

Wenn Sie mehrere Einheiten führen und den Kalender technisch abgleichen, dann rechnen Sie von vornherein mit 15,5 Prozent auf der Airbnb-Seite und vergleichen die Plattform inhaltlich mit Booking.com statt über den Prozentsatz.

Wenn Sie Monteurzimmer mit kurzfristigen Werkbuchungen vermieten, dann spielt Booking.com seine Stärke aus: Buchung ohne Vorauszahlung, sofort sichtbarer Endpreis, wiederkehrende Firmengäste. Hintergründe dazu stehen auf der Seite zu Monteurzimmern.

Wenn Ihre Auslastung in der Nebensaison unter 50 Prozent liegt, dann prüfen Sie Genius-Rabatte gezielt für diese Wochen und schalten sie in der Hauptsaison ab; die Preislogik dahinter beschreibt der Text zur Preisstrategie für die Ferienwohnung.

Wenn Sie beide Plattformen parallel betreiben, dann ist der Kalenderabgleich die kritische Stelle, nicht die Gebühr. Eine Doppelbelegung kostet mehr als jede Provisionsdifferenz, wie der Text zum Vermeiden von Doppelbelegungen zeigt.

Checkliste für die monatliche Abrechnungsprüfung

  • ☐ Provisionsrechnung von Booking.com mit der Liste der abgereisten Gäste abgleichen, Zeile für Zeile.
  • ☐ Stornierte und nicht angereiste Buchungen prüfen: Für sie darf keine Provision berechnet werden, wenn Sie sie fristgerecht als solche gemeldet haben.
  • ☐ Reinigungsgebühren kontrollieren: Sie zählen bei beiden Plattformen zur Bemessungsgrundlage, dürfen aber nicht doppelt erfasst sein.
  • ☐ Umsatzsteuer nach Paragraf 13b UStG auf die Booking-Provision berechnen und in die Voranmeldung übernehmen.
  • ☐ Airbnb-Auszahlungsbeleg auf das angewandte Gebührenmodell prüfen; nach einer Softwareanbindung wechselt es automatisch.
  • ☐ Genius- und Aktionsrabatte mit dem Buchungspreis abgleichen und prüfen, ob sie in den gewünschten Zeiträumen aktiv waren.
  • ☐ Jahressumme der Gebühren je Einheit erfassen; sie ist als Werbungskosten oder Betriebsausgabe abziehbar.

Mustertext für eine strittige Provisionszeile

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Provisionsrechnung Nr. [Rechnungsnummer] vom [Datum] weist für die Buchung [Buchungsnummer], Aufenthalt vom [Datum] bis [Datum], eine Provision von [Betrag] Euro aus. Die Buchung wurde am [Datum] als Nichtanreise gemeldet; der Gast ist nicht erschienen und hat keine Leistung in Anspruch genommen.

Ich bitte um Prüfung und Korrektur der Rechnung um den genannten Betrag sowie um eine kurze schriftliche Bestätigung. Die übrigen Positionen der Rechnung sind unstrittig und wurden fristgerecht beglichen.

Mit freundlichen Grüßen [Name, Objektbezeichnung, Partner-ID]

Notfallplan: Die Abrechnung stimmt nicht

Fällt eine Abweichung auf, zählt die Reihenfolge. Sichern Sie zuerst die Belege: Buchungsbestätigung, Nachrichtenverlauf und Auszahlungsbeleg als PDF, bevor Sie etwas anpassen. Melden Sie Nichtanreisen und Stornierungen innerhalb der von der Plattform gesetzten Frist, üblicherweise wenige Tage nach dem geplanten Abreisedatum; danach ist die Provision kaum noch zu korrigieren. Reklamieren Sie schriftlich über den Partnerbereich, nicht telefonisch, damit ein nachlesbarer Vorgang entsteht. Zahlen Sie den unstrittigen Teil der Rechnung fristgerecht, weil offene Rechnungen bei Booking.com zur Sperrung des Inserats führen können. Halten Sie die Umsatzsteuer auf den strittigen Betrag zurück, bis die Korrektur vorliegt, und dokumentieren Sie den Grund für die Steuerberatung. Prüfen Sie zuletzt, ob die Abweichung systematisch ist: Wiederholt sich derselbe Fehler über mehrere Monate, liegt es meist an einer Einstellung im Konto, nicht an der einzelnen Buchung.

Wo die Gebühr aufhört und die Arbeit beginnt

Die Provisionsdifferenz zwischen beiden Plattformen bewegt sich bei der Beispielbuchung im Bereich weniger Euro. Der tatsächliche Kostenunterschied entsteht an anderer Stelle: bei der Zeit für Anfragen, Umbuchungen, Meldescheine und Rückfragen, die über beide Kanäle gleichzeitig eintreffen und sich in ihrem Tonfall und ihren Fristen unterscheiden. Die Gästefrage um 23 Uhr beantwortet sich nicht von selbst: Entweder ist jemand erreichbar, oder die Antwortzeit und damit die Platzierung leiden.

Genau dafür haben wir Zimmerwache zuerst für unsere eigenen Ferienwohnungen und Monteurzimmer in Berlin und Brandenburg gebaut. Der Gästechat beantwortet Airbnb-, Booking- und E-Mail-Nachrichten innerhalb von Minuten, der Telefonassistent nimmt rund um die Uhr Anfragen zu Verfügbarkeit, Verlängerung und Umbuchung entgegen, Check-in und Meldeschein laufen online auf Deutsch, Englisch und Polnisch, weitere Sprachen auf Wunsch. Abgerechnet wird unabhängig vom Umsatz: 99 Euro im Monat für die erste Einheit, 79 Euro für jede weitere, ab der zehnten Einheit 59 Euro, jeweils netto, ohne Grundgebühr, Onboarding kostenlos, Mindestlaufzeit sechs Monate. Was das für Ihren Bestand bedeutet, zeigt der Einnahmen-Check; die Übersicht steht unter Preise.

Weiterlesen: Channel-Manager für Ferienwohnungen: Worauf es beim Vergleich ankommt.

Quellen