Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden 2025 insgesamt 68,3 Millionen Übernachtungen in deutschen Ferienwohnungen und -häusern gebucht, 13,0 Prozent mehr als im Jahr davor. Das Statistische Bundesamt hat die Zahlen am 28.07.2026 veröffentlicht, Eurostat stellt die Werte je Bundesland und je Kreis bereit. Dieser Artikel zeigt alle 16 Bundesländer, die zehn stärksten Kreise, den Verlauf über das Jahr und die Herkunft der Gäste. Am Ende steht, was Sie als Vermieter daraus für Preise, Sprache und Nebensaison ableiten können.

Was die Zahlen abbilden und was nicht

Bevor Sie Schlüsse ziehen, lohnt ein Blick auf die Grenzen der Daten. Sie sind wichtiger als bei vielen anderen Statistiken.

  • Nur drei Plattformen: Erfasst sind ausschließlich Übernachtungen, die über Airbnb, Booking.com oder Expedia gebucht wurden. Direktbuchungen, Stammgäste, andere Portale und Buchungen per Telefon fehlen vollständig. Destatis selbst bezeichnet die Zahlen deshalb als Untergrenze.
  • Nur Ferienwohnungen und -häuser: Hotels und Campingplätze sind nicht enthalten. Monteurzimmer, die meist direkt oder über spezialisierte Portale vermietet werden, bildet die Statistik kaum ab.
  • TripAdvisor fehlt ab 2025: Bis 2024 flossen auch Daten von TripAdvisor ein. Die Plattform hat die Vereinbarung mit Eurostat Ende 2024 gekündigt. Alle Veränderungen gegenüber 2024 sind daher eine Untergrenze; Destatis schätzt den Effekt als sehr gering ein, weil TripAdvisor die kleinste der Plattformen war.
  • Mehr Angebot, mehr Buchungen: Laut Destatis steigt auch die Zahl der auf den Plattformen angebotenen Unterkünfte. Ein Teil des Wachstums kann also daraus kommen, dass mehr Vermieter online inserieren, nicht nur daraus, dass mehr Menschen reisen.

Die Daten haben dennoch einen großen Vorteil: Anders als die amtliche Beherbergungsstatistik kennen sie keine Mindestgröße. Rund 94 Prozent der Nächte entfielen auf Anbieter mit weniger als zehn Betten, oft private Vermieter im Nebenerwerb. Genau dieser Teil des Marktes ist in der amtlichen Monatsstatistik, die erst ab zehn Betten zählt, sonst unsichtbar.

Alle Bundesländer 2025 im Überblick

Die Werte je Bundesland stammen aus dem Eurostat-Datensatz tour_ce_oaw (Stand 22.09.2026). Die Veränderung gegenüber 2024 haben wir selbst aus den Eurostat-Werten beider Jahre berechnet. Weil 2024 noch TripAdvisor enthalten ist, sind die Zuwächse eine Untergrenze. Die Summe der Länder weicht geringfügig von der bundesweiten Zahl ab, auf die sich die 13,0 Prozent von Destatis beziehen.

Bundesland Übernachtungen 2025 (Mio.) Anteil 2024 (Mio.) Veränderung
Bayern 10,56 15,5 % 9,16 +15,4 %
Baden-Württemberg 8,09 11,8 % 7,21 +12,3 %
Nordrhein-Westfalen 8,06 11,8 % 7,07 +14,0 %
Niedersachsen 7,96 11,7 % 6,78 +17,4 %
Mecklenburg-Vorpommern 6,45 9,4 % 5,77 +11,9 %
Schleswig-Holstein 6,20 9,1 % 5,30 +16,9 %
Rheinland-Pfalz 4,10 6,0 % 3,55 +15,5 %
Sachsen 3,61 5,3 % 3,27 +10,4 %
Berlin 3,27 4,8 % 3,26 +0,4 %
Hessen 2,95 4,3 % 2,69 +10,0 %
Brandenburg 1,96 2,9 % 1,77 +10,8 %
Sachsen-Anhalt 1,81 2,7 % 1,56 +16,7 %
Thüringen 1,31 1,9 % 1,11 +18,3 %
Hamburg 0,98 1,4 % 0,92 +5,8 %
Bremen 0,58 0,9 % 0,49 +19,4 %
Saarland 0,40 0,6 % 0,37 +9,5 %

Drei Beobachtungen fallen auf. Erstens liegen Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen fast gleichauf, mit Abstand hinter Bayern. Zweitens wuchsen fast alle Länder zweistellig, darunter auch kleinere wie Thüringen und Sachsen-Anhalt. Drittens stagniert Berlin mit einem Plus von 0,4 Prozent. Einen Grund nennen die Daten nicht. Eine mögliche Erklärung, die sich aus der Statistik allerdings nicht belegen lässt, sind die strengen Berliner Regeln zur Zweckentfremdung, die das Angebot begrenzen. Mehr dazu im Beitrag zur Zweckentfremdung von Wohnraum.

Illustration: Saisonkurve der Übernachtungen über zwölf Monate, dazu die Zimmerwache-Eule
Sommer oben, Winter unten – die Saison bestimmt die Nachfrage.

Die zehn stärksten Kreise und Städte

Auf Kreisebene (Eurostat-Datensatz tour_ce_oan3, Stand 22.09.2026) zeigt sich, wie stark sich die Nachfrage auf wenige Regionen konzentriert. Die zehn stärksten der rund 400 Kreise und kreisfreien Städte vereinen zusammen 22,2 Prozent aller Nächte.

Rang Kreis oder Stadt Land Übernachtungen 2025 (Mio.) Anteil
1 Berlin BE 3,27 4,8 %
2 Vorpommern-Rügen MV 2,57 3,8 %
3 Ostholstein SH 1,63 2,4 %
4 Nordfriesland SH 1,50 2,2 %
5 Vorpommern-Greifswald MV 1,18 1,7 %
6 Aurich NI 1,12 1,6 %
7 Goslar NI 0,98 1,4 %
8 Hamburg HH 0,98 1,4 %
9 Ortenaukreis BW 0,97 1,4 %
10 Harz ST 0,95 1,4 %

Das Muster ist klar: Ostsee (Rügen, Usedom, Ostholstein), Nordsee (Nordfriesland, Ostfriesland mit dem Kreis Aurich), der Harz auf beiden Seiten der Landesgrenze, der Schwarzwald mit dem Ortenaukreis und die beiden großen Städte Berlin und Hamburg. Bayern ist zwar das stärkste Land, verteilt seine Nachfrage aber auf viele Kreise und taucht deshalb nicht in den Top 10 auf.

Saison: So verteilen sich die Nächte über das Jahr

Die Monatswerte stammen aus dem Datensatz, den Destatis zur Pressemitteilung veröffentlicht hat.

Monat 2025 Übernachtungen (Mio.) Anteil am Jahr
Januar 2,76 4,0 %
Februar 3,03 4,4 %
März 3,56 5,2 %
April 5,89 8,6 %
Mai 6,21 9,1 %
Juni 6,96 10,2 %
Juli 8,84 12,9 %
August 9,37 13,7 %
September 6,26 9,2 %
Oktober 6,74 9,9 %
November 3,65 5,3 %
Dezember 5,03 7,4 %

Juli und August tragen zusammen 26,7 Prozent des Jahres. Der August bringt rund 3,4-mal so viele Nächte wie der Januar. Januar bis März kommen zusammen nur auf 13,7 Prozent. Zwei Details sind für die Planung wertvoll: Der Oktober liegt über dem September, vermutlich wegen der Herbstferien, und der Dezember ist deutlich stärker als der November. Außerdem zeigt der Vergleich mit 2024, wie stark Ostern verschiebt: 2024 fiel Ostern in den März, der März war entsprechend stärker als 2025, der April schwächer. Die Monatswerte gelten für ganz Deutschland; eine Aufteilung nach Region und Monat enthält die Veröffentlichung nicht. Ihre eigene Kurve kann also deutlich abweichen.

Herkunft der Gäste: Inland dominiert, Regionen unterscheiden sich stark

Von den 68,3 Millionen Nächten entfielen 48,5 Millionen auf Gäste aus Deutschland (plus 15,3 Prozent) und 19,8 Millionen auf Gäste aus dem Ausland (plus 7,8 Prozent). Die wichtigsten Herkunftsländer:

Herkunftsland Übernachtungen 2025
Niederlande 2,9 Mio.
Polen 2,1 Mio.
USA 1,3 Mio.
Frankreich 1,3 Mio.
Schweiz 1,1 Mio.

Zwischen den Ländern ist der Unterschied groß. In Mecklenburg-Vorpommern kamen 92,3 Prozent der Nächte von Gästen aus dem Inland, in Schleswig-Holstein 88,7 Prozent und in Thüringen 83,8 Prozent. In Berlin dagegen stammten 67,7 Prozent der Nächte von Gästen aus dem Ausland, in Nordrhein-Westfalen 42,3 Prozent und in Baden-Württemberg 40,8 Prozent.

Was heißt das für Sie als Vermieter?

Aus einer Statistik über 68 Millionen Nächte lässt sich nicht ablesen, wie Ihre Wohnung läuft. Preise oder Auslastung je Region enthalten die Daten nicht. Für drei Entscheidungen liefern sie aber eine belastbare Richtung.

Saisonpreise an der echten Kurve ausrichten. Wenn der August mehr als dreimal so viele Nächte bringt wie der Januar, ist ein ganzjährig gleicher Preis fast immer zu niedrig im Sommer und zu hoch im Winter. Legen Sie Saisonstufen fest, die dieser Kurve folgen, und prüfen Sie jedes Jahr die Lage von Ostern und der Herbstferien in Ihrem Bundesland und in den Ländern, aus denen Ihre Gäste kommen. Wie Sie dafür erst die Untergrenze je Nacht berechnen, zeigt der Ratgeber Preisstrategie für die Ferienwohnung.

Sprache nach Region wählen. In Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein kommen rund neun von zehn Nächten aus dem Inland; dort zählt vor allem eine vollständige deutsche Hausinformation. In Berlin kommen zwei von drei Nächten aus dem Ausland; Anreisenachricht, Hausregeln und WLAN-Anleitung sollten dort zusätzlich auf Englisch bereitliegen. In grenznahen Regionen lohnt ein Blick auf die Herkunftsländer: Gäste aus den Niederlanden und aus Polen stellen zusammen fünf Millionen Nächte.

Nebensaison gezielt füllen. Januar bis März sind bundesweit schwach, November ebenso. Statt die Preise dort pauschal zu senken, helfen kürzere Mindestaufenthalte, Wochen- und Monatsangebote für Geschäftsreisende oder Handwerker und eine Pause für Renovierung und Grundreinigung. Wer Ferienwohnung und Monteurzimmer kombiniert, gleicht die Saison teilweise aus, weil die Nachfrage nach Monteurzimmern anderen Regeln folgt; Einzelheiten im Beitrag Monteurzimmer und Ferienwohnung kombinieren.

Ein vierter Punkt betrifft den Wettbewerb. Mehr Nachfrage bedeutet laut Destatis zugleich mehr Angebot auf den Plattformen. In den Top-10-Kreisen konkurrieren besonders viele Inserate um dieselben Gäste. Dort entscheiden Bewertungen, Antwortzeit und eine reibungslose Anreise stärker als anderswo.

Gerade in der Hauptsaison kommen viele Gästefragen gleichzeitig und oft abends. Zimmerwache beantwortet Nachrichten aus Airbnb, Booking.com und E-Mail in Minuten, nimmt Anrufe rund um die Uhr an, erledigt den Online-Check-in mit Meldeschein auf Deutsch, Englisch und Polnisch, weitere Sprachen auf Wunsch, und koordiniert die Reinigung je Buchung mit Ihrer Reinigungskraft. Der Preis ist ein fester Monatspreis je Einheit: 99 Euro für die erste Einheit, 79 Euro für jede weitere, ab der zehnten Einheit 59 Euro, ohne Grundgebühr, alle Preise netto, Onboarding kostenlos, Mindestlaufzeit sechs Monate.

Checkliste: Die Zahlen für die eigene Vermietung nutzen

  • ☐ Eigenen Kreis und eigenes Bundesland in den Tabellen oben nachschlagen und Wachstum mit der eigenen Buchungsentwicklung vergleichen
  • ☐ Belegung der eigenen Einheit je Monat 2025 neben die bundesweite Monatskurve legen
  • ☐ Saisonstufen und Mindestaufenthalt für 2027 festlegen, Ostern und Herbstferien der wichtigsten Herkunftsländer eintragen
  • ☐ Herkunft der eigenen Gäste aus den Buchungsdaten auswerten
  • ☐ Hausinformation, Anreisenachricht und Hausregeln in den Sprachen der wichtigsten Gästegruppen bereitstellen
  • ☐ Für Januar bis März und November ein Angebot für längere Aufenthalte festlegen
  • ☐ Renovierung und Grundreinigung in die schwächsten Wochen legen
  • ☐ Antwortzeit in der Hauptsaison prüfen, besonders abends und am Wochenende

Quellen