Airbnb stellt die Servicegebühr für Unterkünfte um. Aus der Gebühr, die sich bisher Gast und Gastgeber geteilt haben, wird eine einheitliche Gebühr von 15,5 Prozent, die allein der Gastgeber trägt. Für Gastgeber, die im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in der Schweiz leben, nennt Airbnb den 13. Oktober 2026 als Frist, um die Preise anzupassen. Dieser Beitrag fasst zusammen, was Airbnb selbst dazu veröffentlicht hat, rechnet die Folgen an einem Beispiel durch und zeigt, was Sie bis zur Frist prüfen sollten.
Alle Angaben stammen aus dem Airbnb Resource Center und dem Airbnb-Hilfe-Center, abgerufen am 28.09.2026. Airbnb weist selbst darauf hin, dass sich Angaben nach der Veröffentlichung ändern können.
Was Airbnb ändert
Airbnb kennt für Unterkünfte zwei Gebührenstrukturen. Bei der aufgeteilten Gebühr zahlen die meisten Gastgeber 3 Prozent, die Gäste zusätzlich eine eigene Servicegebühr von 14,1 bis 16,5 Prozent der Zwischensumme. Bei der einheitlichen Gebühr wird die gesamte Gebühr von der Auszahlung an den Gastgeber abgezogen; laut Airbnb-Hilfe zahlen die meisten Gastgeber 15,5 Prozent, die übrigen in der Regel 14 bis 16 Prozent.
Laut Airbnb-Hilfe stellt Airbnb derzeit alle Gastgeber von Unterkünften auf die einheitliche Gebühr um. Das Modell mit getrennten Gebühren wird schrittweise eingestellt. Für viele Gastgeber war die einheitliche Gebühr schon vorher Pflicht, unter anderem für Gastgeber, die eine Software zur Immobilienverwaltung verwenden.
Im Resource Center begründet Airbnb die Umstellung so: Gastgeber legen bisher einen Preis fest, Gäste sehen aber einen höheren Preis, weil ihre eigene Servicegebühr hinzukommt. Mit der einheitlichen Gebühr sehen Gäste den Preis, den der Gastgeber festlegt. Die 15,5 Prozent beruhen laut Airbnb auf dem weltweiten Durchschnitt der Servicegebühren.
Drei Punkte sind für die Planung wichtig:
- Die einheitliche Gebühr gilt nur für Buchungen, die nach der Umstellung eingehen. Bereits bestehende Buchungen bleiben unverändert, auch wenn der Aufenthalt später liegt.
- Nach der Umstellung können Sie laut Airbnb-Hilfe nicht mehr zurückwechseln.
- Co-Gastgeber können die einmalige Preisanpassung laut Airbnb nicht selbst vornehmen. Das muss der Gastgeber tun.
Die Fristen
Airbnb nennt im Resource Center zwei Termine für die Preisanpassung:
| Wo der Gastgeber lebt | Frist laut Airbnb |
|---|---|
| Außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums | 15.09.2026 |
| Im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz | 13.10.2026 |
Quelle: Airbnb Resource Center, „Simplifying service fees on Airbnb", veröffentlicht am 07.07.2026, aktualisiert am 24.08.2026. Die deutsche Hilfeseite zu den Servicegebühren (Artikel 1857) nennt keine Frist, bestätigt aber die Umstellung und den Satz von 15,5 Prozent für die meisten Gastgeber.
Wer bis zur Frist nichts unternimmt, erhält laut Airbnb je Nacht eine niedrigere Auszahlung. Airbnb bietet dafür ein Werkzeug an, mit dem sich die Preise aller Inserate auf einmal an die einheitliche Gebühr anpassen lassen.

Airbnbs eigenes Rechenbeispiel
Airbnb erklärt die Umstellung mit einem Beispiel in US-Dollar, ohne Steuern und ohne Zusatzgebühren des Gastgebers:
| Fall | Preis des Gastgebers | Gast sieht | Auszahlung an den Gastgeber |
|---|---|---|---|
| Bisher, geteilte Gebühr | 100 | 115 | 97 |
| Neu, Preis auf 115 angehoben | 115 | 115 | 97 |
| Neu, Preis bleibt bei 100 | 100 | 100 | 84,50 |
Quelle: Airbnb Resource Center, abgerufen am 28.09.2026.
Wichtig ist die mittlere Zeile: Wer den Preis anhebt, behält ungefähr die bisherige Auszahlung, und der Gast zahlt so viel wie vorher. Wer den Preis nicht anhebt, wirkt für den Gast preiswerter, verliert aber je 100 Einheiten Nachtpreis rund 12,50 Einheiten Auszahlung.
Die Gebühr gilt auch für die Reinigungsgebühr
In den Fragen und Antworten des Resource Centers schreibt Airbnb, dass die einheitliche Gebühr für den Preis pro Nacht und für alle Gebühren gilt, die der Gastgeber zusätzlich erhebt, zum Beispiel Reinigungs-, Haustier- oder Zusatzgastgebühr. Das trifft vor allem Kurzaufenthalte, bei denen die Reinigungsgebühr einen großen Teil des Buchungswerts ausmacht.
Ein eigenes Rechenbeispiel der Redaktion, ohne Umsatzsteuer: Eine Ferienwohnung wird drei Nächte zu je 100 Euro vermietet, dazu kommen 50 Euro Reinigungsgebühr. Die Zwischensumme beträgt 350 Euro.
| Fall | Zwischensumme | Gebühr | Auszahlung |
|---|---|---|---|
| Geteilte Gebühr, 3 Prozent | 350,00 € | 10,50 € | 339,50 € |
| Einheitliche Gebühr, Preise unverändert | 350,00 € | 54,25 € | 295,75 € |
| Einheitliche Gebühr, Preise und Reinigung um 15 Prozent angehoben | 402,50 € | 62,39 € | 340,11 € |
Die Rechnung zeigt: Ohne Anpassung fehlen in diesem Beispiel 43,75 Euro je Buchung. Wer Nachtpreis und Reinigungsgebühr um 15 Prozent anhebt, landet wieder auf dem bisherigen Niveau. Ob Sie die Reinigungsgebühr mit anheben oder den Aufschlag stärker in den Nachtpreis legen, hängt davon ab, wie lange Ihre Gäste im Schnitt bleiben. Wie Sie die Reinigungskosten je Aufenthalt richtig ansetzen, beschreibt der Beitrag Reinigung der Ferienwohnung organisieren.
Umsatzsteuer auf die Servicegebühr
Laut Airbnb-Hilfe (Artikel 436, Abschnitt Deutschland) fallen für Kunden in Deutschland 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die Servicegebühren von Airbnb an. Wer umsatzsteuerlich registriert ist und seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Konto hinterlegt, wird möglicherweise ohne Mehrwertsteuer abgerechnet, muss die Steuer dann aber gegebenenfalls selbst in der Umsatzsteuererklärung angeben.
Rechnerisch bedeutet das für nicht registrierte Gastgeber: 15,5 Prozent Gebühr zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer auf diese Gebühr ergeben rund 18,4 Prozent des Buchungswerts (eigene Rechnung: 15,5 × 1,19). Bei der geteilten Gebühr waren es entsprechend rund 3,6 Prozent.
Airbnb schreibt im Resource Center, dass das Werkzeug zur Preisanpassung diese Steuer automatisch einrechnet, sofern Sie nicht umsatzsteuerlich registriert sind. Airbnbs eigenes Beispiel nutzt einen Steuersatz von 20 Prozent: Aus einem Nachtpreis von 100 US-Dollar werden dort 119 US-Dollar, die Auszahlung liegt bei 97,60 US-Dollar. Nach demselben Schema ergibt sich mit 19 Prozent ein angepasster Preis von rund 118 (eigene Rechnung: 115 plus 19 Prozent auf die Gebühr von 17,83).
Außerdem weist Airbnb darauf hin, dass höhere Preise Ihre Bruttoeinnahmen erhöhen und Sie dadurch eine Umsatzsteuer-Schwelle früher erreichen können. Die Servicegebühr lässt sich dagegen unter Umständen als Ausgabe abziehen. Keine Steuerberatung: Wie sich die Umstellung auf Ihre Umsatzsteuer und Einkommensteuer auswirkt, klären Sie bitte mit Ihrer Steuerberatung.
Preis anheben oder nicht?
Die Frage ist nicht nur rechnerisch. Wer den Preis anhebt, hält Auszahlung und Gästepreis ungefähr konstant. Wer ihn nicht anhebt, erscheint in der Suche mit einem niedrigeren Preis, verdient aber je Nacht weniger. Beides kann sinnvoll sein, solange der Preis über Ihrer Untergrenze bleibt.
Gehen Sie in drei Schritten vor:
- Untergrenze je Nacht prüfen. Rechnen Sie aus, welcher Betrag nach Gebühr, Reinigung und Steuern mindestens bei Ihnen ankommen muss. Den Rechenweg zeigt der Beitrag Preisstrategie für die Ferienwohnung; dort ist die Gebühr von 15,5 Prozent bereits berücksichtigt.
- Jede Saisonstufe gegenrechnen. In der Nebensaison liegt der Preis oft knapp über der Untergrenze. Dort fehlt ohne Anpassung am schnellsten Geld.
- Rabatte neu prüfen. Wochen-, Frühbucher- und Last-Minute-Rabatte wirken jetzt auf einen Preis, von dem 15,5 Prozent abgehen. Ein Rabatt, der früher knapp gepasst hat, kann jetzt unter die Untergrenze rutschen.
Wie sich Airbnb nach der Umstellung im Vergleich zu Booking.com schlägt, zeigt der Beitrag Airbnb vs. Booking.com: Gebühren im Vergleich.
Checkliste bis zum 13. Oktober
- ☐ Im Airbnb-Konto prüfen, ob Ihr Inserat bereits auf der einheitlichen Gebühr läuft
- ☐ Untergrenze je Nacht mit 15,5 Prozent Gebühr neu rechnen
- ☐ Bei fehlender Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mit rund 18,4 Prozent rechnen
- ☐ Nachtpreise je Saisonstufe anpassen, zum Beispiel mit Airbnbs Werkzeug zur Preisanpassung
- ☐ Reinigungs-, Haustier- und Zusatzgastgebühr gegenrechnen
- ☐ Aktive Rabatte gegen die neue Untergrenze prüfen
- ☐ Co-Gastgeber informieren: Die Anpassung muss der Gastgeber selbst vornehmen
- ☐ Nach der Umstellung die Preisaufschlüsselung der ersten neuen Buchung kontrollieren
- ☐ Offene Steuerfragen mit der Steuerberatung klären
Wenn Sie Preise, Gästenachrichten und Reinigung für mehrere Einheiten im Blick behalten müssen, übernimmt Zimmerwache einen Teil der Arbeit: Gästenachrichten aus Airbnb, Booking.com und E-Mail, Anrufe rund um die Uhr und die Reinigung je Buchung mit Ihrer Reinigungskraft. Ihre Preise und Ihre Konten bleiben dabei bei Ihnen.
Quellen
- Airbnb Resource Center: Simplifying service fees on Airbnb, veröffentlicht am 07.07.2026, aktualisiert am 24.08.2026, abgerufen am 28.09.2026
- Airbnb-Hilfe, Artikel 1857: Airbnb-Servicegebühren, abgerufen am 28.09.2026
- Airbnb-Hilfe, Artikel 436: Die Mehrwertsteuer (MwSt.) und was sie für dich bedeutet, Abschnitt Deutschland, abgerufen am 28.09.2026



